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Bronchoskopie bei Kindern

Kinder-Bronchoskope von Richard Wolf
Kinder-Bronchoskope von Richard Wolf

Die häufigste Indikation für Eingriffe mit starren Bronchoskopen in der Pädiatrie ist die Fremdkörperaspiration. Die Aspiration tracheobronchialer Fremdkörper ist ein Problem, das sich hauptsächlich im Kindesalter findet. 90% der Fälle finden sich bei Kindern unter 15 Jahren, 80% bei Kindern unter 4 Jahren.
Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Mehrere Gründe sind Ursache für diese Häufung innerhalb der ersten Lebensjahre. Die Kinder verfügen noch nicht über ausreichend Zähne um das Essen richtig zu kauen. Ein Mangel an Koordination der Schluckmechanismen führt zu häufigerem Verschlucken und damit der Gefahr einer Aspiration. Viel davon wird in den Mund gesteckt, wobei das Kind noch nicht in der Lage ist zwischen potentiell gefährlichen Dingen und Lebensmitteln zu unterscheiden. Eine weitere Gefahr geht von der Nähe des Erdbodens aus, wo viele kleine Dinge zu finden sind.

Die primäre Symptomatik kann sehr unterschiedlich sein. Auf der einen Seite kann nur eine verlängerte Hustenattacke auffallen, auf der andern Seite können Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut infolge von Sauerstoffmangel), Apnoe (Atemstillstand) und sogar Herzstillstand drohen. In den USA treten etwa 2000 Todesfälle pro Jahr als Folge einer Aspiration auf.
Die Letalität nach Aspiration eines Fremdkörpers wird allgemein mit etwa 1% angegeben. Hiervon sind vor allem Kinder betroffen, bei denen es direkt nach der Aspiration zu einer kritischen Verlegung der Atemwege kommt und eine adäquate Therapie nicht möglich ist oder durch unzureichende Ausbildung der Ersthelfer unterbleibt. Bei tödlich verlaufenden Aspirationen mit Lebensmitteln handelte es sich am häufigsten um Würstchen, harte Bonbons, Nüsse und Weintrauben. Zur Entfernung von Fremdkörpern sowie zur Untersuchung der tiefen Atemwege werden starre Bronchoskope verwendet.

Kinderbronchoskope nach Nicolai-Mandel

Kinderbronchoskope Nach Nicolai – Mandel (ohne proximale Beleuchtung)
Kinderbronchoskope Nach Nicolai – Mandel (ohne proximale Beleuchtung)

Die am distalen Ende angeordneten seitlichen Öffnungen gewährleisten, dass bei Untersuchungen des Bronchialsystems auch Bronchien der Gegenseite vom inspiratorischen Gasfluss erreicht werden.
Dadurch muss in den Phasen der Ventilation das Bronchoskop nicht immer nach proximal in die Trachea zurückgezogen werden. Dies minimiert sowohl den zeitlichen Aufwand wie auch das Traumatisierungs- Risiko durch wiederholte Lageveränderungen des Bronchoskops. Beispielsweise bei der Fremdkörper-Extraktion aus peripheren Bronchialabschnitten ist es wichtig, das Bronchoskop
optimal vor dem Fremdkörper zu positionieren und nicht für jeden Arbeitsschritt (wie Darstellung mit der Optik, Absaugen, Einbringen von Zangen etc.) neu positionieren zu müssen und dadurch eine Dislokation des Fremdkörpers zu riskieren.

Voraussetzung für die Extraktion von Fremdkörpern

Voraussetzung für die Bronchoskopie kindlicher tracheobronchialer Fremdkörper ist ein Instrumentarium mit Bronchoskop-Tuben verschiedener Längen und Durchmesser, den zugehörigen Bronchoskop-Optiken, sowie einem ausreichend großen Sortiment an Zangen, Saugern und Spezialinstrumenten. Nur wenn diese Vielzahl an Instrumenten verfügbar ist, kann für jeden Fremdkörper die optimale Extraktionstechnik gewählt werden und damit der Grundstein für eine komplikationsarme Therapie gelegt werden.
Unsere Instrumente wurden daher speziell für den Einsatz bei Kindern konzipiert.

Mini-Fiber-Endoskop

Ultradünnes „semiflexibles“ 2 mm Mini-Fiber-Endoskop von Richard Wolf
Ultradünnes „semiflexibles“ 2 mm Mini-Fiber-Endoskop von Richard Wolf

Das neu entwickelte ultradünne „semiflexible“ Mini-Fiber-Endoskop d=2,05mm (82512.431), mit hervorragender Auflösung, bewährt sich in der Kinderbronchoskopie und bietet besonders in Notfallsituationen eine hilfreiche Ergänzung zu dem herkömmlichen Instrumentarium. Mit diesem Endoskop können selbst Passagen kritischer Stenosen (meist sogar berührungsfrei) hervorragend visualisiert und durchschritten werden. Die flexible Bauweise erlaubt ein unbeschwertes Arbeiten bei kleinen, filigranen Durchmessern und setzt die Bruchgefahr auf ein Vielfaches nach unten.
Aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegen Biegebelastungen eignet sich das Endoskop auch bestens zur optisch kontrollierten Fremdkörper-Extraktion. Hierbei wird zunächst die Bronchoskop–Zange und dann das Endoskop in den Bronchoskop–Tubus eingeführt, Endoskop und Bronchoskop-Zange können nun unabhängig voneinander manipuliert werden. Diese Technik empfiehlt sich vor allem bei schwierigen Fremdkörper-Extraktionen.

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