Kinder-Chirurgie

Die Kinder-Chirurgie, ein autonomer Bereich der Chirurgie, umfasst den Zeitraum vom Neugeborenen- bis zum Jugendalter. Dadurch muß der Kinderchirurg die besonderen Gegebenheiten und Wachstumsphasen der Patienten je nach Alter kennen und beachten. Auch hier ist die minimal-invasive Technik heutzutage selbstverständlich.

Es werden alle Bereiche über Bauch- Thorax-, sowie Tumorchirurgie bis hin zur Kinder-Urologie und -Orthopädie abgedeckt. Ein Schwerpunkt in der Kinder-Chirurgie ist die Fehlbildungschirurgie. Diese Erkrankungen begrenzen sich meist nicht auf ein einzelnes Organsystem, weshalb in der Kinder-Chirurgie selten eine Organ-Spezialisierung wie in der Erwachsenen-Chirurgie vorgenommen wird. Grundsätzlich orientiert sich die Kinder_hirurgie an den Operationstechniken der Erwachsenen-Chirurgie, allerdings machen meist spezifische Besonderheiten durch das junge Alter eine spezielle Vorgehensweise notwendig.

Diesbezüglich müssen auch bei den Operationstechniken und der technischen Entwicklung von Instrumentarien besondere Spezifikationen berücksichtigt werden, so dass hier die Kinderchirurgen häufig ihre eigenen Wege gehen.

Auch Richard Wolf nimmt sich dieser Herausforderung an und entwickelt mit erfahrenen Kinderchirurgen individuelle Endoskopie-Systeme und Instrumentarien für dieses Spezialgebiet.

Die neue Technik in der Kinder-Chirurgie

Die Laparoskopische Einkanal Varikozelen-Dissektion (LEVD)
Die Varikozele testis tritt bei ca. 5 - 10% aller Jugendlichen im Wachstumsalter auf. Hauptlokalisation ist die linke Seite. Als Ursache wird der erhöhte hydrostatische Druck mit Abflussstörung in den Vv. testiculares bei Mündung in die V. renalis links angesehen. Klinisch finden sich verdickte Venenkonvolute im Funikularstrang. Zusätzlich kann es zu ziehenden Schmerzen im entsprechenden Leistenbereich kommen.

Bei der Laparoskopischen Einkanal-Varikozelen-Dissektion (LEVD) handelt es sich um ein neues Verfahren im Bereich der Kinderchirurgie. Die "narbenlose" Methode verbunden mit der Senkung des Operationstraumas wird als ambulante Operation durchgeführt.

Im Gegensatz zum bisherigen laparoskopischen Standard-Verfahren in der 3-Trokar-Technik verwendet der Operateur bei der LEVD nur einen Zugang, durch welchen das Operations-Laparoskop und hierdurch wiederum das Instrumentarium eingeführt werden kann. Als Schlüsselelement für die neue OP-Technik dient das Mini-OP-Laparoskop mit integriertem 3,5 mm-Arbeitskanal. Das perfekt abgestimmte Operations-Set wird komplettiert durch ein 3,5 mm-Instrumentarium in mono-und bipolarer Ausführung.

Das kompakte Instrumenten-Set für diese innovative Methode entstand in Zusammenarbeit mit Hr. PD Dr. med. Ulf Bühligen, Ltd. Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig.

Pyloromyotomie
Bei der infantilen hypertrophen Pylorusstenose (IHPS = infantile Hypertrophic Pyloric Stenosis) handelt es sich um eine angeborene Vergrößerung und Verdickung des ringförmigen Pylorus (Magenpförtnermuskel). Dies hat zur Folge, dass die Magenausgangs-Passage durch den vergrößerten Muskel verengt ist und der Mageninhalt nicht mehr passieren kann. Der Säugling erbricht daher regelmäßig seine Mahlzeiten, das zu einer gefährlichen Entgleisung des Stoffwechsels und Dehydrierung führt. Aufgrund dessen wird eine Pyloromyotomie, eine Erweiterung des Pylorus in minimal-invasiver Operationstechnik durchgeführt. Der Pylorus wird dabei zuerst mit einem Längsschnitt versehen und im zweiten Schritt der Muskel aufgedehnt.

Für diesen speziellen Eingriff hat Richard Wolf gemeinsam mit Prof. Dr. Amulya Kumar Saxena, Chelsea and Westminster Hospital NHS Foundation Trust and Imperial College, London, den SAXENA Pylorus-Spreizer entwickelt.