Kleingelenke

Die arthroskopischen Eingriffe an kleinen Gelenken, wie Hand-, Ellenbogen- und Fingergelenken, haben einen festen Stellenwert im Spektrum der Diagnostik und Therapie.

Handgelenk

Ein sehr komplexes Gelenk des menschlichen Körpers ist das Handgelenk, welches aus zahlreichen Einzelgelenken besteht.
Bewertungen von Knorpelstatus und Bandinstabilitäten sowie Schleimhaut-Veränderungen können diagnostiziert und Biopsien entnommen werden. Arthroskopisch operativ werden z.B. Läsionen an der Aufhängung des Handgelenkes an der Elle, dem Discus Triangularis, behandelt. Bei den operativen Arthroskopien unterscheidet man nach resezierenden und rekonstruierenden Verfahren. Synovektomien, Arthrolysen, Knorpelglättungen und debridierenden Verfahren zählen zu den resezierenden, Refixation des ulnaren Scheibenknorpels und seiner Bandverbindungen zur Elle (TFCC-Repair) zu den rekonstruierenden Methoden.

Richard Wolf bietet für alle Kleingelenke die ideale Lösung. Optiken in den Durchmessern von 1,9 mm, 2,4 mm oder 2,7 mm sowie ein umfassendes, speziell für diese Anwendungen abgestimmtes Instrumenten-Portfolio stehen hier zur Verfügung.

Ellenbogen

Die Arthroskopie des Ellenbogens ist ein relativ neues Verfahren. Schnellere Rehabilitation, geringere Wundschmerzen, geringeres Infektionsrisiko und kleineres OP-Trauma sind die Vorteile. Aber auch die präzise Beurteilung zugrundeliegender Pathologien, insbesondere Instabilitäten, gewann entscheidend durch die diagnostischen Möglichkeiten der Ellenbogen-Arthroskopie.
Es können sowohl frische als auch chronische Instabilitäten in ihrer Schwere und Richtung beurteilt und die daraus notwendige Versorgungsstrategie abgeleitet werden. Dazu gehört die Indikationsstellung zur frischen Kapsel-Bandnaht bzw. der Bandplastik bei chronischen Instabilitäten.

Die therapeutischen Möglichkeiten der Ellenbogen-Arthroskopie umfassen das Spektrum der Arthrolyse bei primären und sekundären Arthrosen. Inzwischen können bei der richtigen Indikationsstellung, im Vergleich zur offenen Arthrolyse, bessere funktionelle Ergebnisse bei einer niedrigeren Morbidität erreicht werden. In der Hand des geschulten und geübten Operateurs sind die Komplikationen trotz der engen Lagebeziehung zu den Gefäß- und Nervenbahnen niedrig, sofern nach einer standardisierten Technik vorgegangen wird und die Landmarken respektiert werden. Eine umfangreiche Arthrolyse kann die Entfernung freier Gelenkkörper, die Abtragung von Osteophyten, das intraartikuläre Weichteil-Debridement mit Synovektomie, die Knorpelglättung, das Release der Trizepsmuskulatur und die ventrale vollständige Kapsulotomie beinhalten.
Bei Rheumatikern hat die arthroskopische Synovektomie des Ellenbogens einen festen Stellenwert im Behandlungskonzept neben der medikamentösen Basistherapie zur Reduktion aggressiver Verlaufsformen.

Weitere Indikationen der Ellenbogen-Arthroskopie sind die Osteochondrosis dissecans mit der jeweils stadienabhängigen erforderlichen Knorpeltherapie.
Dazu gehören die arthroskopischen Verfahren der direkten und indirekten Anbohrung, sowie der Mikrofrakturierung und die Chondroplastik mit Debridement. In speziellen Fällen kann auch die Frakturversorgung arthroskopisch assistiert, die Knorpelschäden und die Gelenkstufen genauer beurteilt und dadurch bessere Ergebnisse in der Wiederherstellung verletzter Gelenke erreicht bzw. das Ausmaß der Verletzung besser erkannt werden.
Eine weitere wichtige Indikation zur Ellenbogen-Arthroskopie sehen wir in der Festlegung des operativen Behandlungskonzeptes bei der radialen Epicondylitis. In mehreren Studien wurde der Zusammenhang einer posterolateralen Rotationsinstabilität als Ursache der chronischen radialen Epicondylitis festgestellt. Des Weiteren waren intraartikuläre Pathologien wie eine große entzündliche Plica synovialis, Knorpelschäden und freie Gelenkkörper Ursachen für die chronische, radiale Epicondylitis. Intraartikuläre Erkrankungen als Ursache für eine therapieresistente radiale Epicondylitis können oftmals nur arthroskopisch erkannt und dann behandelt werden.
Im Falle ausgeprägter posterolateraler Rotationsinstabilitäten wäre zusätzlich zum offenen Eingriff, der ein Debridement mit Denervierung und Reinsertion der Extensoren beinhaltet, die Bandplastik des LUCL-Komplexes (Ligamentum Ulnare Collaterale Laterale) indiziert. Bewährt hat sich die Bandplastik mit einem Trizepssehnen-Transplantat.

Um hier eine adäquate Unterstützung zu bieten, wurde das neue Ellenbogen-Set von Richard Wolf konzipiert. Instrumente in praxisgerechter Zusammenstellung und speziellem, hoch funktionellem Design bilden die Grundlage für einen sicheren, erfolgreichen Eingriff.
Der Operateur profitiert von der perfekten Abstimmung aller Komponenten auf die anatomischen Gegebenheiten und die optimale Ausrichtung auf die zu therapierenden Pathologien. Durch diese Eigenschaften lassen sich Risiken durch Verzögerungen und dadurch begünstigte kritische Schwellungszustände zusätzlich reduzieren.