Hüft-Arthroskopie

In den vergangenen Jahren hat die Hüft-Arthroskopie insbesondere in Europa und den USA extrem an Bedeutung gewonnen und verfügt aktuell über ein hohes Wachstumspotential. Schien dieses Gelenk bedingt durch seine anatomischen Besonderheiten für die Arthroskopie doch lange Zeit nur sehr bedingt geeignet zu sein, wurden in den letzten Jahren Techniken und Produkte/Systeme entwickelt, durch die das Indikations-Spektrum für eine Hüft-Arthroskopie deutlich erweitert werden konnte.   
So ist eine der am häufigsten auftretenden Indikationen das sogenannte Femoro-Azetabuläre Impingement (FAI). Bei dieser Erkrankung kommt es beim Bewegungsablauf durch die untypische Form eines der beiden Gelenkpartner zum Anschlagen des Oberschenkelhalses am Pfannenrand. Je nach dem welcher Gelenkpartner von der Anomalie betroffen ist, spricht man von einem CAM-Impingement (Femur) oder von einem Pincer-Impingement (Azetabulum). In Folge dessen kann es zu einer Verletzung des Labrum acetabulare kommen, das dem Knorpelrand zum Schutz dient.  
Weitere Indikationen sind freie Gelenkkörper, eine beginnende Hüftgelenks-Arthrose, unklare Schmerzen am Hüftgelenk oder eine Erkrankung der Synovia.

Allgemein unterscheidet man bei einer Hüft-Arthroskopie das zentrale Kompartiment (belastete Gelenkfläche zwischen Femur und Azetabulum) und das dezentrale/periphere Kompartiment (Gelenkbereich des Schenkelhalses, distal des Labrum acetabulare). Die Arthroskopie des zentralen Kompartiments wird unter Distraktion des betroffenen Beines durchgeführt, um die enorme Haltekraft der Kapsel zu überwinden.

Bei einer Hüftarthroskopie wird standardmäßig mit einer Optik, Blickrichtung 70°, gearbeitet. Die Portale werden durch Punktionskanüle und Dilatations-System angelegt, wobei die Anlage des ersten Portals zusätzlich unter Röntgenkontrolle erfolgt. Dennoch bleibt ein Restrisiko der Verletzung der umliegenden Strukturen dieses Gelenkes bestehen, weshalb gerade in den Anfängen unbedingt ein Zielgerät für die Anlage der weiteren Portale verwendet werden sollte.  

In Kooperation mit Dr. med. Wolfgang Miehlke von der ARCUS Sportklinik in Pforzheim hat Richard Wolf ein spezielles Instrumentenset "COXARTIS" für die Hüft-Arthroskopie entwickelt. Durch seine einfache Handhabung und Ergonomie ist sowohl für den erfahrenen Chirurgen und den Anfänger geeignet.

COXARTIS - Instrumentarium
Die Form der Arthrolution-Trokarhülsen wurde speziell für den atraumatischen Einsatz im Gelenk in Verbindung mit einer PANOVIEW-Optik mit Blickrichtung 70°gestaltet. Darüber hinaus können sowohl Optiken mit Blickrichtung 30° als auch mit 45° verwendet werden. Kanülierte Trokare ("Pipe")  ermöglichen das direkte Einbringen der Arthroskope in das Gelenk über den Führungsdraht.

Zur Optimierung der Sichtverhältnisse im Gelenk wurde eine neue Dauerspül-
Trokarhülse entwickelt. Durch eine aufeinander abgestimmte permanente
Spülung und Saugung wird das Gelenk schnell gespült und exzellente Sichtverhältnisse garantiert.
Ein umfangreiches Spektrum an Handinstrumenten, wie der neue Mikrofraktor PulseShifter, komplettiert das optimierte Instrumentarium.

COXARTIS - Zielgerät
Aufgrund des dicken Weichteilmantels, der sich über dem Hüftgelenk befindet, werden die Zugänge zum Gelenk unter Röntgenkontrolle angelegt.
Mit dem neuen COXARTIS Zielgerät zur Hüft-Arthroskopie werden ausgehend vom primär gelegten Optik-Portal weitere Arbeitsportale sicher, schnell und bei reduzierter Röntgenexposition für Patienten und OP-Team realisiert. Speziell für weniger erfahrene Operateure, die die Technik erst erlernen oder wenig Routine besitzen, aber auch für Operateure, die nicht regelmäßig Hüft-Arthroskopien durchführen, stellt das Zielgerät eine große Erleichterung bei der Zugangswahl dar.

PowerDrive ART1
Ergänzt wird das Instrumenten-Set durch das universelle Motorensystem Power Drive ART1. Hier können sowohl leistungsstarke Shaver-Handstücke mit einer maximalen Arbeitsdrehzahl von 16.000 U/min., Rotationsmesser- und fräser als auch Bohr- und Sägewerkzeuge angeschlossen werden.