Endoskopisch assistierte Dekompression des Nervus ulnaris

Die Kompression des Nervus ulnaris im Sulcus nervi ulnaris hinter dem Epicondylus medialis des Humerus stellt nach dem Karpal-Tunnel-Syndrom die zweithäufigste Nervenkompression dar.
Das Sulcus Ulnaris-Syndrom (auch Kubitaltunnel-Syndrom genannt) ist ein Kompressions-Syndrom des Nervus ulnaris. Dabei kommt es durch die Einengung des Nervenkanals (Sulcus ulnaris) zu einer Quetschung des Nervus ulnaris.  
Unterschiedlichste neuronale Schädigungen oder Ausfälle können die Folge sein. Bei fortgeschrittener Druckschädigung des Nervus ulnaris kommt es zur Beeinträchtigung von motorischen Funktionen. Das Endstadium stellt die Krallenhand dar.

Therapeutisch standen bisher verschiedene Verfahren, wie die Nervendekompression ohne Verlagerung (in situ Dekompression), mit subkutaner Verlagerung des Nerves nach ventral (Ventral-Verlagerung) oder die Verlagerung des Nerves nach ventral in die Muskulatur (submuskuläre Verlagerung) zur Auswahl.

Bei der endoskopisch assistierte Dekompression des Nervus ulnaris  besteht die Möglichkeit, über einen kleinen Hautschnitt, sowohl die proximalen, als auch die distalen Engstellen des Nerves zu lösen, ohne die Haut auf gleicher Länge eröffnen zu müssen.
Der Vorteil dieser endoskopisch assistierten Technik liegt darin, dass eine wesentlich kleinere Inzision bei gleichzeitig verlängerter Neurolysestrecke realisiert werden kann. Dies führt zu einer geringeren Morbidität, einer raschen Besserung der Symptomatik sowie einer schnellen Rehabilitation gegenüber klassischen Verfahren.

Für die endoskopisch assistierte Dekompression des Nervus ulnaris hat Richard Wolf in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Hahn, Vulpiusklinik, Bad Rappenau, ein spezielles Instrumenten-Set generiert.

Endoskopische Karpal-Tunnel-Spaltung

In enger Zusammenarbeit mit führenden Ärzten wurde das "ENDO-CARTRIS" Instrumentarium konzipiert.
Es ermöglicht die schonende Vorgehensweise zur endoskopischen Therapie des Karpal-Tunnel-Syndroms, einer chronischen Druckschädigung des Nervus medianus an der Handgelenk-Beugeseite. Hier wird unterhalb des Ligamentum carpi transversum der Nervus medianus abgedrückt.

Mögliche Ursachen:

  • Trauma
    Frakturen im Bereich des Handgelenks
    Hämatom / Ödem
  • Überanstrengung der Hand
  • Tendosynovitis
  • Arthritis
  • Tumoren (Fibrom, Lipom)

Bei dem endoskopischen Karpaltunnel-Eingriff wird das Ligamentum carpi transversum unter Schonung umgebender Nerven und Blutgefäße gespalten und der Nervus medianus mechanisch entlastet.
Für die Patienten bedeutet dies eine frühere Wiederaufnahme von Aktivitäten mit der operierten Hand und eine wesentliche Verbesserung der postoperativen Morbidität.

Hintergrund bei der von Richard Wolf bevorzugten sogenannten Einportal-Technik mit einer Schnitt-Führung von proximal nach distal -unter ständiger Sichtkontrolle- war das Bestreben, mögliche Risiken auf ein Minimum zu reduzieren. Das Optik-Führungsgerät ermöglicht eine genaue Inspektion des Retinaculum flexorum über dessen gesamte Breite ohne eine Veränderung der Instrumentenlage.

Das "ENDO-CARTRIS" Instrumentarium besteht aus: Optik-Führungsinstrument, PANOVIEW-Optik, 4 mm, Blickrichtung 30°, Einführhülse mit Obturator, Karpaltunnel-Präpariersonde und einem Handgriff für Messerklingen.
Dieses Basis-System kann sowohl zur Einportal-Technik als auch zur Zweiportal-Technik eingesetzt werden.