TEM Transanale Endoskopische Mikrochirurgie

Die Rektumhöhle des Menschen gehört zu den chirurgisch schwer zugänglichen Regionen. Auch gutartige Veränderungen müssen vielfach über einen abdominellen oder sphinkter-durchtrennenden Zugang operiert werden. Endoskopische Verfahren waren lange Zeit auf Schlingen-Abtragungen begrenzt.

Die Transanale Endoskopische Mikrochirurgie (TEM) findet ihren Einsatz bei Erkrankungen des Enddarms / Rektums und dessen Behandlungen. Der Überbegriff wird als Kolorektale Chirurgie bezeichnet und umfasst die Operationen bei gutartigen oder bösartigen Beschwerden. Die Operationen können in konventioneller oder laparoskopischer Technik durchgeführt werden.
Gutartige Erkrankungen, die einen Eingriff erfordern, sind häufig Divertikel-Erkrankung. Die Divertikulitis ist eine Erkrankung des Dickdarmes, eine Entzündung, die sich bei Schleimhaut-Ausstülpungen bildet. Oft betroffen davon ist das Colon sigmoideum (Sigmadivertikulitis – auch als "linksseitige Appendizitis" bezeichnet). Die meisten Operationen bei Dick-und Mastdarm-Tumoren können laparoskopisch erfolgen, in Abhängigkeit von Tumor-Größe und -Lage bei entsprechender Erfahrung des Operateurs.

Bei der TEM wird mit einem weitlumigen, an seiner Spitze abgeschrägten Rektoskop der Operationsbereich endoskopisch dargestellt. Das Rektoskop ist über ein Haltearm-System mit dem Operationstisch verbunden, so dass eine stabile Exposition des Operationsfeldes erreicht wird. Das operative Vorgehen erfolgt über eine stereoskopische Winkeloptik, welche die Präparation unter mikrochirurgischen Bedingungen in 3D-Sicht erlaubt. Zur Operation können bis zu drei chirurgische Instrumente gleichzeitig eingebracht werden. Ein zusätzlicher Dokumentationskanal an der TEM-Stereo-Optik ermöglicht die Video-Übertragung für das OP-Team. Voraussetzung für die übersichtliche Präparation ist eine konstante Gasdehnung während des gesamten Operations-Ablaufes durch eine automatische, druckgesteuerte Gasinsufflation.

Einige Vorteile der TEM gegenüber herkömmlicher Verfahren - von der lokalen Exzision durch die TEM im Vergleich zur konventionellen Vorgehensweise mit dem Spreizer:

  • Die lokale Exzision mit dem TEM-System hat kein wesentliches Zugangstrauma. Eine gewisse Überdehnung des Schließmuskels führt in der Regel nicht zu Folgen. Im Vergleich zur Operation mit dem Spreizer wird der Schließmuskel deutlich weniger gedehnt.
  • Die TEM ist im Bereich des gesamten Rektums möglich.
  • Durch die abgewinkelte Optik lässt sich ein guter Einblick auch hinter die Polypen erreichen. Bei Verwendung der Stereo-Optik (High-End-TEM) ist binokulares Sehen im gesamten Rektum möglich.
  • Durch die Gasdehnung wird eine fast uneingeschränkte Sicht erreicht. Besonders beim Heranziehen von Strukturen, wie z.B. bei der Naht ist somit ein wesentlich freieres Arbeiten wie bei Spreizern möglich.


Für alle TEM-Operationen hat Richard Wolf ein komplettes, ausgereiftes Operations-Instrumentarium entwickelt, das im weltweiten Einsatz seine Zuverlässigkeit, Anwenderfreundlichkeit und Effizienz bewiesen hat.

Auf Grund der Komplexität des Verfahrens ist ein intensives Training für die TEM Voraussetzung, um Operationen sicher durchführen zu können. Mehrere Fortbildungs-Veranstaltungen zu diesem OP-Verfahren finden regelmäßig in der Richard Wolf Academy Prima Vista statt.